Historischer Putz

So erhalten wir Fachwerkhäuser in Arnsberg-Niedereimer

​Fachwerkhäuser sind das Herz vieler Ortschaften im Sauerland, doch ihre Schönheit ist fragil. Wind, Schlagregen und Temperaturschwankungen setzen der Konstruktion ständig zu. Ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit authentischer und fachgerechter Instandhaltung ist unser aktuelles Projekt in Arnsberg-Niedereimer. Hier zeigen wir Ihnen, welche traditionellen Materialien und Techniken wir einsetzen, um ihre Fassade zu sichern.

Die Herausforderung: Risse, Feuchtigkeit

Die Fachwerkfassade in Niedereimer wies nur leichte typischen Alterserscheinungen auf: kleine Rissverläufe im Putz, Verschmutzungen sowie partielle Putzausbrüche an den Ausfachungen aus Lehmsteinmauerwerk und Farbabplatzungen an den Holzriegeln. Gerade das der Witterung ausgesetzte Außenmauerwerk von Sichtfachwerkwänden muss extrem widerstandsfähig sein. Das Ziel ist klar: Das Eindringen von Wasser muss minimiert werden, um Schäden zu verhindern, die das Gesicht dieser schönen Fassade in kurzer Zeit zerstören können.

Unser Instandhaltungskonzept: Kalkputz und Mineralfarbe am Fachwerk

Unsere Instandsetzung erfolgte in mehreren umsichtigen Schritten, die sich konsequent an den bewährten, historischen Bauweisen orientierten: Vorbereitung: Zuerst wurde die rissige und schmutzige Putzfläche umsichtig gereinigt und fixiert. 

• Bestandsmauerwerk: Es folgte eine fachgerechte Instandsetzung an den Lehmziegeln. 

• Der traditionelle Putzaufbau: Um die Diffusionsoffenheit und Elastizität zu gewährleisten, wurde der Außenputz zweilagig aufgebaut: 

• Grundputz: Ein grober Kalkputz mit einem Armierungsgewebe(partielle Reparatur). 

• Feinputz: Ein feiner Kalk-Dünnschichtputz im Nachgang. 

• Der ideale Anstrich: Abgeschlossen wurde die Putzfläche mit einem diffusionsoffenen, mineralischen Silikatanstrich.Diese Kombination aus Kalkputz und Mineralfarbe gewährleistet, dass die Wand atmen kann – ein entscheidender Faktor für die Langlebigkeit des gesamten Fachwerks.

Pflege für das Holz: Ölanstrich statt Versiegelung

Die alten Holzbalken selbst haben wir umsichtig restauriert. Statt sie mit dicken, starren Farbschichten zu versiegeln, haben wir uns für einen dünnschichtigen Ölanstrich entschieden. Dieser schützt das Holz, lässt es aber weiterhin „arbeiten“ und die Feuchtigkeit kann somit heraus diffundieren.